Häufig gestellte Fragen zum Ballonsport (FAQ)

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Wie funktioniert ein Heißluftballon?

Warum "fahren" Ballone?

Wie wird man Ballonpilot?

Kann man auch als Passagier in einem Ballon mitfahren?

Welche Instrumente gehören zur Ausrüstung eines Heißluftballons?

Wie sicher ist der Ballonsport?

Gibt es auch Ballon-Wettrennen?

Wo und wie werden Heißluftballone gebaut?

Braucht ein Heißluftballon keine Sandsäcke?

Was unterscheidet einen Heißluftballon von einem Gasballon?

Seit wann gibt es die Ballonfahrerei?

Wie und wo erfahre ich noch mehr über den Ballonsport?


 Wie funktioniert ein Heißluftballon?

 

Sowohl Heißluftballone als auch Gasballone funktionieren nach dem Auftriebsprinzip des Archimedes. So, wie ein Schiff im Wasser schwimmt, schwebt der Ballon im "Meer der Lüfte": Sein Auftrieb entspricht der Masse der von ihm verdrängten Umgebungsluft, und ist der Auftrieb größer als die Gewichtskraft des gesamten Ballons (also Gewicht des Gases in der Hülle + Rüstmasse + Insassen), dann steigt er nach oben.

Dass die Masse des Ballons auch tatsächlich geringer ist als die der von ihm verdrängten Umgebungsluft, wird dadurch erreicht, dass man seine Hülle mit einem Gas (= "Traggas") füllt, welches "leichter als Luft" ist. Beim Gasballon ist das Wasserstoff oder Helium, das Traggas des Heißluftballons ist "nichts als heiße Luft".

Die Luft in der Hülle des Heißluftballons wird mit Hilfe eines Brenners erhitzt, welcher mit Propangas betrieben wird. Das Propangas ist also nicht das "Traggas" des Heißluftballons (Propangas ist schwerer als Luft!), sondern lediglich der "Treibstoff", um das Traggas "heiße Luft" zu erzeugen. Transportiert wird das Propangas in Flaschen aus Aluminium oder - heute eher üblich - Edelstahl, und über ein Schlauchsystem wird es schließlich in den Brenner geleitet. Das laute Fauchen, dass auch in einiger Entfernung zum Heißluftballon noch zu hören ist, ist das Geräusch des Brenners, der in kurzen Abständen bedient wird. Heizt der Pilot häufiger oder länger, so erhitzt sich die Luft in der Hülle und der Ballon steigt. Durch Abkühlung gerät der Ballon nach kurzer Zeit wieder ins Sinken, so dass der Ballonfahrer erneut nachfeuern muss. Das Sinken des Ballons kann jedoch durch das Öffnen eines Ventils im Top der Hülle beschleunigt werden. Dieses Ventil ermöglicht das Ablassen einer größeren Menge heißer Luft in kurzer Zeit; es wird vor allem bei Wettbewerben häufiger eingesetzt und verwandelt das "Sinken" des Ballons dabei hin und wieder in einen "kontrollierten Absturz", welcher vom Boden aus an einer deutlichen Deformation der Hülle zu erkennen ist. Spätestens bei der Landung dient das Ventil außerdem dazu, die Ballonhülle restlos zu entleeren.

>>Mehr über die Technik des Heißluftballons erfahren Sie hier.

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 Warum fahren Ballone?

Ballone "fahren" nur in Deutschland; überall sonst auf der Welt tut der Ballon das, was Flugzeuge oder Vögel auch tun: Fl... ! Diese sprachliche Tradition hat ihre Wurzeln in der Luftschifferei, welche dank Graf Ferdinand von Zeppelin in Deutschland ihren Triumphzug um die Welt begann.

Damals, als die ersten Luftschiffe die Werfthallen in Manzell am Bodensee verließen (die LZ 1 startete am 2. Juli 1900 zu ihrer Jungfernfahrt), gab es noch keine speziell ausgebildeten Luftfahrer oder Piloten, weil ja die Luftfahrt selbst noch in den Kinderschuhen steckte. Was lag also näher, als erfahrene "Kapitäne zur See" für das Führen von Luftschiffen zu gewinnen? Die Zeppeline waren in ihrem Strömungsverhalten durchaus mit Schiffen vergleichbar, und der "Luftschiffer" manövrierte sein Gefährt mit einem großen, hölzernen Steuerrad, so, wie es der Seemann auch tat. Der Zeppelin ist also durch das "Meer der Lüfte gefahren", und diese sprachliche Tradition hat bis heute Bestand. Sie gilt für alle Luftfahrzeuge, die sich nach dem Prinzip "Leichter als Luft" fortbewegen: Heißluftballone, Gasballone und moderne Luftschiffe.

>>Mehr über die Geschichte der Ballonfahrt erfahren Sie hier.

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 Wie wird man Ballonpilot?
Als Ballonpilot braucht man eine Privat-Piloten Lizenz (PPL) wie Motor- oder Segelflugzeugführer auch. Das Beiblatt "D" gilt für Freiballone; dabei kann man die entsprechenden Berechtigungen für Heißluft- bzw. Gasballone jeweils getrennt erwerben.

Die theoretische Ausbildung zum Freiballonpiloten umfasst die Fächer "Luftrecht", "Navigation" und "Meteorologie" sowie "Technik" und "Verhalten in besonderen Fällen". Der theoretische Unterricht erfolgt meist in Form eines Intensivlehrgangs (10 - 14 Tage) mit anschließender theoretischer Prüfung in der zuständigen Luftfahrtbehörde.

Im Rahmen der praktischen Ausbildung muss der "Fahrschüler" mindestens 20 Std. mit 50 Starts und Landungen absolvieren. Davon sollen jeweils 5 Std. bei Außentemperaturen unter 0°C bzw. über 20°C durchgeführt werden. Diese Auflage hat zur Folge, dass die praktische Ausbildung meistens mindestens ein halbes Jahr dauert, da man sowohl in Sommer- als auch Wintermonaten gefahren sein muss.

Die Ausbildung zum Freiballonführer kann man entweder in einer gewerblichen Flugschule absolvieren, oder in einem ausbildungsberechtigten Ballonsportverein. Letztere Möglichkeit ist zwar meist die billigere, sie verlangt aber auch viel Zeit, großes Engagement und regelmäßige Mitarbeit im Verein.

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 Kann man auch als Passagier in einem Ballon mitfahren?
Es gibt mittlerweile überall in der BRD gewerbliche Luftfahrtunternehmen, die Gästefahrten mit Ballonen durchführen.

Darüber hinaus bieten auch viele Ballonsportvereine die Möglichkeit, einmal als Passagier an einer Ballonfahrt teilzunehmen - so auch die Ballonsportfreunde Oberberg e.V.

>>Alles über Mitfahrgelegenheiten und was Sie als Passagier beachten sollten erfahren Sie hier.

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 Welche Instrumente gehören zur Ausrüstung eines Heißluftballons?
Zur vorgeschriebenen Mindestausrüstung eines Heißluftballons gehören ein UKW-Luftfunkgerät, ein Höhenmesser, ein (Hüllen-)Thermometer sowie ein Variometer. Das Variometer misst die vertikale Steig- oder Sinkgeschwindigkeit (meist in m/s); es funktioniert - ähnlich wie der Höhenmesser - mit Hilfe des sich verändernden Luftdruckes in unterschiedlichen Höhen.

>>Mehr zu den Instrumenten im Ballon finden Sie hier.

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Wie sicher ist der Ballonsport?
Diese Frage lässt sich leicht beantworten: Der Ballonsport ist sehr sicher! Die Technik moderner Heißluftballone ist höchst zuverlässig. In fast allen heute üblichen Heißluftballon-Typen stehen mindestens zwei vollkommen unabhängige Brennersysteme zur Verfügung. Trotz seiner Flexibilität, welche für ausreichend "Federung" bei härteren Landungen unerlässlich ist, ist der Korb sehr stabil; auch die Hüllen sind strapazierfähig. Damit das so bleibt, werden Ballone regelmäßig gewartet und gepflegt. Denn: Einmal jährlich wird das komplette Gerät von einem Prüfer des Luftfahrtbundesamt (LBA) auf seinen ordnungsgemäßen Zustand hin inspiziert. Die Auflagen und Sicherheitsanforderungen in Deutschland sind streng - und das ist gut so: Der Heißluftballon wird so zum sicheren Luftfahrzeug und Sportgerät.

Dennoch: Eine Fehlerquelle bleibt - der Mensch. Doch die Pilotenausbildung (s.o.) für Ballonfahrer in Deutschland ist anspruchsvoll, und vor allem in Ballonsportvereinen wird der "Nachwuchs" über Jahre aus- und weitergebildet. Schließlich soll er mal die wertvollen vereinseigenen Ballone fahren! Die Ausbildung reicht da weit über den eigentlichen Unterricht hinaus: Wertvolle Erfahrungen werden von Ballonfahrergeneration zu Ballonfahrergeneration weitergegeben, der "Neuling" fährt unter den strengen Augen der "alten Hasen", und der ständige Austausch von neuen Erkenntnissen unter Gleichgesinnten sorgt für intensivste Beschäftigung mit der "Materie": Wetter, Technik, Luftrecht usw. Vor allem aber sind die im Verein organisierten "Hobbypiloten" frei von jedem Druck: Sie müssen mit der Ballonfahrerei kein Geld verdienen. Wenn die Wetterlage mal unsicher ist, bleibt das wertvolle Gerät eben verpackt - und alle Beteiligten sicher am Boden. Denn wer die Ballonfahrerei aus Leidenschaft betreibt, der will vor allem eins: Noch öfters Ballonfahren!

Und so gilt für die Ballonsportfreunde Oberberg e.V. der Grundsatz: Lieber einmal mehr am Boden sein und sich wünschen: "Ach, wär ich doch in der Luft!", als in der Luft zu sein und sich zu wünschen: "Ach, wär ich doch am Boden!"

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 Gibt es auch Ballon-Wettrennen?
Antwort: Ja! Allerdings geht es bei Ballonwettrennen - oder besser: Wettfahrten - nicht um Geschwindigkeit, sondern um möglichst genaues Steuern: Ballonwettfahrten sind Zielfahrten. Die Teilnehmer eines Wettbewerbs müssen dabei versuchen, durch das Ausnutzen unterschiedlicher Strömungen in unterschiedlichen Höhen ein festgelegtes oder zuvor selbstgewähltes Ziel zu erreichen, um dort ihren "Marker" - ein Sandsäckchen aus buntem Ballonstoff - so nah wie möglich abzuwerfen. Natürlich wählt der Wettbewerbsleiter das Ziel so aus, dass es - wenn sich das Wetter nicht kurzfristig deutlich ändert - vom Piloten erreicht werden kann; das heißt, es liegt nicht entgegengesetzt zur Hauptwindrichtung. Außerdem können in einer Fahrt mehrere Arten von Zielfahrten hintereinander gestellt und miteinander kombiniert werden. Die im Heißluftballon-Wettbewerbssport üblichen Aufgaben - wie z.B. "Fuchsfahrt", "Fly In" oder "Fly On" usw. - sind in einem internationalen Regelwerk ausführlich beschrieben.

In Deutschland wird eine Rangliste geführt, in die alle Heißluftballon-Piloten aufgenommen werden, die regelmäßig an sogenannten "Qualifikationswettbewerben" (kurz: QLW) teilnehmen. Die Besten der Rangliste treffen sich dann alle zwei Jahre zur "Deutschen Meisterschaft". Dabei geht es nicht nur um den Titel des besten Deutschen, sondern auch um die Qualifikation für die "Deutsche Heißluftballon-Nationalmannschaft" (zur Zeit 5 Piloten + 2 Nachrücker). Die Nationalmannschaft wird durch eine kombinierte Wertung aus Rangliste und Deutscher Meisterschaft ermittelt (sog. Nationalwertung) und für jeweils zwei Jahre nominiert. Finanziell von der "Warsteiner Brauerei" unterstützt, vertreten die Nationalmannschafts-Piloten dann unser Land auf internationalen Wettbewerben wie Europameisterschaften, Weltmeisterschaften und den "World-Air-Games", den "Olympischen Spielen des Luftsports".

>>Mehr zum Ballonfahren als Wettbewerbssport erfahren Sie hier.

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 Wo und wie werden Heißluftballone gebaut?
Es gibt mittlerweile einige Firmen in Europa, die sich auf die Herstellung von Heißluftballonen spezialisiert haben. Neben dem britischen Traditionshersteller "Cameron Balloons" (Bristol, UK) sind das vor allem "Thunder & Colt" und "Lindstrand" (beide ebenfalls England und mittlerweile in Händen von "Cameron"), "Ultra Magic" in Spanien und "Schroeder fire-balloons" in Deutschland.

Die Firma "Schroeder fire-balloons" (Schweich / bei Trier) ist der einzige Hersteller von Heißluftballonen in Deutschland. Hier wird das komplette Gerät gefertigt: Vom Flechten der Körbe über die Konstruktion von Gaszylindern und Brennern bis hin zum Nähen der Hüllen findet alles unter einem Dach statt - Qualität "made in Germany". Wenn Sie sich genauer für die Entwicklung, Konstruktion und Fertigung von Heißluftballonen interessieren, besuchen Sie die "Schroeder fire-balloons" - Homepage: Hier haben Sie die Möglichkeit zu einer "interaktiven Besichtigungs-Tour" durch alle Abteilungen.

>>Mehr Links zu Ballonherstellern finden Sie hier.

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 Wie und wo erfahre ich noch mehr über den Ballonsport?

Mehr über den Ballonsport zu erfahren gibt es in einer Reihe informativer, unterhaltsamer und einfach nur schön anzuschauender Bücher oder im Internet. Den Einstieg ins Ballöner-WWW erleichtert unsere Zusammenstellung interessanter Links.

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webmaster@ballonsportfreunde-oberberg.de  - Mirko Fridrici, Mai 2001