Die Geschichte der Ballonfahrt
 

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| Die noch junge Geschichte des modernen Heißluftballons |

 

50er Jahre

Polyäthylen - als neues Material für die Herstellung von Ballonhüllen - revolutioniert wissenschaftliche Höhenaufstiege; eine der führenden Firmen: General Mills, bei der auch Ed Yost - der Vater des modernen Heißluftballons - arbeitet.

1954

Auf Piccards Vorschlag steigt Audouin Dollfus in einer dünnwandigen Aluminiumkapsel auf 12.200 m und beobachtet Mond und Venus durch eine komplexe Teleskopausrüstung.

02. Juni 1957

Luftwaffenhauptmann Joseph Kittinger steigt auf 27.500 m und springt mit dem Fallschirm ab: der bis dahin höchste Sprung (vergl. unten).

Major D. Simons steigt im selben Jahr - in "Man High II", in einer 2,5 mal 1 m kleinen Kapsel - auf 32.000 m Höhe (leistet Forschung für spätere Astronauten) und muss wegen Turbulenzen 32 Std. 10 Min in der Luft bleiben.

12. Dezember 1958

Die "Small World" startet von Teneriffa zu ihrem Versuch, den Atlantik mit Hilfe der Passatwinde von Ost nach West zu überqueren. Atlantische Tiefs - denen die 20 Jahre später erfolgreiche "Double Eagle II" in den westlichen Passatwinden entging - zwangen die Besatzung (Rosemary und Colin Mudie sowie Bushy Eiloart und Sohn Tim) nach 2225 km zum Notwassern. Nach 2700 km in der als Schiff tauglichen Gondel über den Ozean erreichten sie am 05. Januar 1959 die Insel Barbados.

16. August 1960

Joseph Kittinger springt aus 31.333 m Höhe mit dem Fallschirm ab; er testet dabei u.a.  den Beaupré-Fallschirm und den MC3-Druckanzug.

20. September 1970

Malcolm Brighton und das Ehepaar Anderson starten in der Rozière "Free-Life" von Mark Semich (Semco Balloons) zum Versuch einer West-Ost-Atlantiktraverse. Sie schlagen nach 30 Std. im Atlantik auf und kommen ums Leben.

07. August 1973

Bobby Sparks scheitert bei seinem Versuch, in der Rozière "Yankee Sephyr" den Atlantik zu überqueren. Er wählt als erster Bar Harbor in Maine als Startort.

18. Februar 1974

Thomas Gatch startet als erster den Versuch, den Atlantik mit Hilfe des Jet-Streams zu überqueren. Seine "Light Heart" ist ein Bündel aus 10 Hochdruckballonen der Fa. Raven. Gatch stürzt in den Ozean; das Wrack wurde nie gefunden.

06. Januar 1975

Malcolm Forbes "Windborne", mit der er von Kalifornien aus die USA und den Atlantik im Jet-Stream überqueren will, muss gleich nach dem Start aufgegeben werden. Die Piloten bleiben unverletzt.

21. August 1975

Bobby Sparks versucht es erneut: Mit einem blinden Passagier an Bord seiner "Odyssey" landet er jedoch bereits nach 2 Std. 5 Min. wieder auf dem Ozean.

25. Juni 1976

Karl Thomas, zuvor Sponsor von Bobby Sparks, übernimmt und restauriert die Gondel der "Odyssey" und versucht eine Atlantiküberquerung mit der "Spirit of `76" von Semich; er startet in Lakehurst und scheitert nach 1000 km

05. Oktober 1976

Ed Yost wagt den Versuch einer Atlantiküberquerung mit einem selbstentwickelten Heliumballon. Er schlägt alle Rekorde, die bereits 1958 von der "Small World" aufgestellt wurden, und schafft es mit seiner "Silver Fox" 4584 km weit, bis 1300 km vor die Küste Europas.

09. September 1977

Ben Abruzzo und Maxwell Anderson starten mit der "Double Eagle" zu ihrem ersten Transatlantik-Versuch; nach 64 Std. und 5466 km wassern sie im Ozean vor Island und werden gerettet.

10. Oktober 1977

Die Piloten Reinhard und Stevenson schaffen in ihrer von Yost gebauten "Eagle" gerade einmal 400 km; auch ihr Versuch, den Atlantik zu bezwingen, endet im Wasser.

26. Juli 1978

Don Cameron und Christopher Davey überqueren mit der Rozière "Zanussi" beinahe den Atlantik; keine 200 km vor der französischen Küste müssen sie notwassern, weil die Heliumkammer ihres Ballons einen Riß hat.

12. August 1978

Der Heliumballon "Double Eagle II" hat endlich Erfolg: in 137 Std. überqueren Ben Abruzzo, Maxie Anderson und Larry Newman erstmals im Ballon den Atlantik von Maine (USA) nach Evreux bei Paris (Frankreich); zurückgelegte Strecke: 5781 km.

1979

Das erste Gordon-Bennett-Rennen nach dem Krieg in Long Beach, Kalifornien, gewinnen Ben Abruzzo und Maxie Anderson in der "Double Eagle III" vor 17 weiteren Teilnehmern mit 933 km in 47 Std. 8 Min. (Landung in Colorado).

In der Nacht des 15. September fliehen die Familien Strelczyk und Wetzel in einem selbstgebauten Heißluftballon aus der DDR. Nach einem missglückten Versuch zuvor landen sie diesmal - nach einer Fahrt in bis zu 2400 m Höhe - auf der richtigen Seite der Grenze.

14. September 1984

Joseph Kittinger überquert im Heliumballon "Rosie O'Grady" als erster den Atlantik allein. Er brauchte 3 1/2 Tage von Maine (USA) nach Norditalien.

02. Juli 1987

Ballonkonstrukteur Per Lindstrand und Richard Branson, der zuvor schon das "blaue Band" für die schnellste Atlantiküberquerung in einem Boot geholt hatte, überqueren den Atlantik erstmals mit einem Heißluftballon und brauchen - mit einer Geschwindigkeit von bis zu 280 km/h - dafür nur 29 Std. und 23 Min. Die "Virgin Atlantik Flyer" war mit einer druckbelüfteten Kapsel ausgestattet und hatte einen Inhalt von rund 60.000 cbm (Höhe: 53 m).

21. März 1999

Der Schweizer Kinderpsychiater Bertrand Piccard und sein britischer Kopilot Brian Jones bewältigen die letzte große Herausforderung der Luftfahrt: Die Weltumrundung in einem Ballon. In ihrem "Breitling Orbiter III", einer Rozière, brauchen sie dafür 370 Std. 24 Min. Nach ihrem Start am 28 Februar in Châteaux d'Oex (Schweiz) legen sie insgesamt 40.814 km in 477 Std. und 47 Min. zurück.

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webmaster@ballonsportfreunde-oberberg.de  - Mirko Fridrici, Januar 2001