Die Geschichte der Ballonfahrt

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| Die noch junge Geschichte des modernen Heißluftballons |

1953

Ed Yost arbeitet bei General Mills und konstruiert Wasserstoff-gefüllte Propaganda-Ballone mit Polyäthylen-Hüllen, die mit Flugblättern beladen im ehemaligen Westdeutschland aufsteigen und ihre politische brisante Fracht in den sowjetisch kontrollierten Teil des Landes befördern sollen. Dabei macht er Experimente, in dem er Klempnerlötlampen unter den Hüllen befestigt und diese aufsteigen lässt; die erste mit 225 cbm; binnen weniger Wochen dann eine 770 cbm - Hülle, die bereits viele kg Nutzlast anheben kann. Yost erhält Gelder vom ONR ("Office of Naval Research") und beschäftigt sich mit der Beschichtung von Nylon zur Steigerung der Hüllenlebensdauer und mit der Konstruktion verbesserter Brenner. 

1956

Ed Yost gründet die Firma "Raven Industries" für die Konstruktion von Höhenballonen und zur Entwicklung des Heißluftballons; mit weiteren Geldern der ONR entwickelt er den Prototyp des modernen Heißluftballons: Propangasbrenner, polyurethanbeschichtete Nylonhülle (850 cbm / 12 m Durchmesser), Einmann-Gondel.

10. Oktober 1960

Ed Yosts erste freie Fahrt findet bei Bruning in Nebraska statt: die Geburtsstunde des modernen Heißluftballons!

November 1960

Yost entwickelt den Prototyp des modernen Brenners mit Verdampfungsspiralen; er startet zur ersten längeren Fahrt über Strato-Bowl in South Dakota auf ~2850 m.

Yost tut sich mit Don Piccard, dem erfahrenen Gasballon-Piloten, zusammen.

Der erste Ballon von Raven: die "Vulcoon", ein 880 cbm Einsitzer.

1961

Barnes baut seinen ersten Ballon und gründet bald darauf seine eigene Firma ("The Balloon Works", Hersteller von "Firefly"-Ballonen. Markenzeichen: dreieckiger Korb!).

1963

Yost und Piccard reisen nach England, um das neueste Produkt der Firma Raven vorzustellen: ein 1700 cbm -Ballon mit einer Gondel aus Alurohren und Tuch; sie treffen Anthony Smith, der ihnen hilft, die erste Kanalüberquerung im HLB zu organisieren.

März: Yost und Piccard überqueren den Ärmelkanal in 3 Std. 17 Min. und taufen ihren Ballon daraufhin "Channel-Champ".

Piccard gründet seine eigene Firma; die ersten Ballone außerhalb der USA sind von ihm gebaut.

Die ersten amerikanischen Meisterschaften werden ausgetragen!

1966

Der BBAAC (British Balloon and Airship Club) wird gegründet.

Leslie Goldsmith fährt die "Red Dragon" von Piccard im "Dunstable Gliding Club", einen von drei Ballonen, die in England zur Förderung des Ballonsports beitrugen.

Die MK 6 Smithill, ein 1800 cbm Polyäthylenballon, ist der erste in England gebaute bemannte HLB - seine erste und einzige Fahrt endet in einer Starkstromleitung, der Pilot kommt mit dem Schrecken davon.

1967

Anthony Smith und Malcolm Brighton (der 1970 beim Versuch den Atlantik zu überqueren sein Leben verliert) bauen die "Bristol Belle"; beim ersten Füllen im Juni reißt aber schon die Hülle. Don Cameron hat daraufhin die Idee, bei einem Fallschirmhersteller waagerechte Lastgurte einnähen zu lassen.

Nach dieser Verbesserung ist die Bristol Belle der neugegründeten "Hot-Air-Group" zu dieser Zeit der einzige in England hergestellte Ballon, der fährt; die meisten Ballonsportler kaufen bei Piccard; nach "Red Dragon": "London Pride", "Zumikon" u.a.

1968

Don Cameron, Leslie Goldsmith und zwei weitere Partner gründen die Firma "Omega" und bauen gemeinsam 10 Heißluftballone.

1970

Omega teilt sich auf:

Don Cameron gründet "Cameron-Balloons" und liefert seinen ersten Ballon "Flaming Pearl" (2400 cbm, Bau-Nr. 11, da Cameron die Baunummern-Reihe von "Omega" fortführt) im April aus.

Leslie Goldsmith gründet "Western Balloons" und präsentiert im Juli seine "Fiery Queen" (2400 cbm).

1972

Dick Wirth, Tom Donnelly und Kenneth Simmonds gründen "Thunder" und bauen im Januar 1973 den 2200 cbm "Jumpin' Jack" im patriotischen "Union Jack"-Design.

Ed Yost verkauft seine Raven-Anteile.

1973

Die Familie Cutter organisiert in Zusammenarbeit mit Ed Yost in Albuquerque die ersten Weltmeisterschaften im Heißluftballon.

In Frankreich gründet Robbie Noirclerc seine Firma "Montgolfier Moderne".

1977

Die Firma "Colt" wird gegründet.

Bei der WM in Castle Howard (York / England) wird erstmals auf internationaler Ebene ein festgelegtes Reglement verwendet, das bereits zur britischen Staatsmeisterschaft 1976 von Nigel Tasker und Martin Moroney erarbeitet wurde.

* * *

Später verschwinden "Western Balloons" und "Montgolfier Moderne" vom Markt; "Thunder & Colt" schließen sich zusammen, um gegen den Marktführer "Cameron" zu bestehen; gemeinsam drängen beide Hersteller seit Ende der 80er auch auf den amerikanischen Markt.

In Deutschland entstehen "Schroeder fire-balloons", in Spanien "Ultra-Magic" - mit durchaus bemerkenswerten Anteilen auf den heimischen Märkten.

Per Lindstrand, zuvor Konstrukteur bei "Thunder & Colt", gründet seine eigene Firma: "Lindstrand Balloons". Später übernimmt Cameron aber sowohl "Thunder & Colt" als auch "Lindstrand".

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webmaster@ballonsportfreunde-oberberg.de  - Mirko Fridrici, Januar 2001