Die Ballonhülle

Die Hülle eines modernen Heißluftballons besteht aus einem speziell beschichteten Nylongewebe. Sie ist aus mehreren Längsbahnen zusammengesetzt, welche durch vertikale Nähte und Lastbänder miteinander verbunden sind. Die Bahnen bestehen wiederum aus einzelnen, horizontal vernähten Stofffeldern.

Am Top der Hülle befindet sich meist ein Entleerungssystem oder ein Regulierventil, mit dem heiße Luft abgelassen werden kann. Die vertikalen Lastbänder laufen hier im sogenannten "Kronenring" zusammen.

Am unteren Ende der Hülle gehen die Lastbänder in die Korbleinen (auch Auslaufleinen genannt) über, mit denen die Hülle am Korb befestigt wird. Die Feueröffnung wird außerdem durch eine Flammenschürze ("Scoop") geschützt.

Blick in die Hülle beim Füllen mit Kaltluft
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Material

Die Hülle eines Heißluftballones besteht aus Nylon oder Perlon. Es handelt sich dabei um ein spezielles "Rip-Stop-Gewebe", bei dem sich enge und weite Maschenabstände abwechseln. Dadurch wird die Weiterreißfestigkeit erhöht. Eine eingewalzte Polyurethanbeschichtung sorgt für die richtige Abdichtung und UV-Schutz; außerdem wirkt sie flammenhemmend.

Der normale Ballonstoff wiegt etwa 45 - 60g pro qm und ist für eine Betriebstemperatur von normalerweise maximal 110 °C vorgesehen (bei manchen Herstellern beträgt die Maximaltemperatur bis zu 140 °C; die jeweils gültigen Betriebsgrenzen findet man im Handbuch des Ballons).

Mit etwa 70 g pro qm ist der sogenannte "Hyperlast-" oder "Thermogrip-Stoff" (Bezeichnung je nach Hersteller unterschiedlich) etwas schwerer; er zeichnet sich aber - bei gleicher Luftdurchlässigkeit - durch eine 2-3mal höhere Reißfestigkeit und höhere Temperaturbelastbarkeit aus. Gegen Aufpreis wird der obere Hüllenbereich - oberhalb des Äquators - aus diesem Stoff gefertigt. 

Für den unteren Rand der Hülle (etwa 1-2 m über der Feueröffnung) wird meist Nomex verwendet, da hier die Gefahr einer Beschädigung durch die Brennerflamme besonders groß ist. Nomex ist ein Gewebe aus nicht-brennbaren Kohlefasern. Damit es sich einfärben lässt, sind etwa 20% Baumwolle eingewoben. Passiert es nun, dass man beim Aufrüsten des Ballons doch einmal mit der Brennerflamme der Hülle etwas nahe kommt, so entsteht zwar kein Loch; die eingefärbten Baumwollfasern aber brennen heraus und der Stoff wird grau-braun.

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Konstruktion
Die Hülle ist - symmetrisch um ihre Hochachse - aus 8-30 Längsbahnen zusammengesetzt. Der kleine Radius der einzelnen Bahnen ermöglicht es, die Zugbelastung für das Material gering zu halten. Aus je mehr einzelnen Bahnen  eine Hülle besteht, desto größer werden deren Radien und desto höher ist die Zugbelastung für das Material.

Lastbänder nehmen die auftretenden Gewichtskräfte auf. Die Horizontalen sind meist außen auf die horizontalen Nähte aufgenäht. Die vertikalen Lastbänder werden auf die Verbindungsnähte zwischen den einzelnen Bahnen aufgebracht.

Die vertikalen Lastbänder werden im Top der Hülle im sogenannten "Kronring" zusammengefasst. Am unteren Ende der Hülle gehen sie in die Auslaufleinen (Hüllenseile) aus Nirostastahl über, mit denen die Hülle am Korb befestigt wird.

Unter der Feueröffnung der Hülle wird häufig noch eine Flammenschürze, der sogenannte Scoop, angebracht. Sie soll vermeiden, dass die Wärme des Brenners zu sehr zu den Seiten abstrahlt. Außerdem lenkt sie möglichen Wind in die Hülle und hilft so, den Innendruck in der Hülle zu erhöhen.

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Entleerungssystem

Im Top der Hülle ist - bei beinahe allen modernen Heißluftballontypen - ein Entleerungssystem integriert. Das heute gebräuchlichste ist der Parachute (engl. für Fallschirm): Als Weiterentwicklung der Reißbahn besteht er aus einer kreisförmigen Öffnung im Top der Hülle sowie einem etwas größeren Stoffstück in Form eines Fallschirms (daher der Name) auf der Innenseite. Das Stoffstück wird durch den Innendruck in der Hülle automatisch unter die Öffnung gepresst und schließt diese luftdicht ab.

Blick aus dem Korb unter den Parachute

Zentrierleinen aus Kevlar sorgen dafür, dass der Parachute mittig unter der Öffnung aufliegt, und mit Hilfe von Befestigungsleinen ist eine Umlenkrolle angebracht, durch die die rote Betätigungsleine (Parachuteleine) geführt wird. Diese Leine ist an einer Seite an der Hülle befestigt, an der anderen Seite läuft sie - durch eine weitere Umlenkrolle - in den Korb, von wo aus sie der Pilot bedienen kann.

Zieht man nun an der Parachuteleine, so wird der Parachute im Hüllentop an seinem Rand gleichmäßig nach Innen gezogen. Er gibt einen Spalt der Öffnung frei und heiße Luft kann entweichen. Lässt der Pilot die rote Leine wieder los, schließt sich die Öffnung wieder. Bei der Landung schließlich wird die Parachuteleine ganz durchgezogen, damit der "Deckel" geöffnet werden kann, soweit es geht; so lässt sich die Ballonhülle schnell vollständig entleeren.

So funktioniert die Fallschirmreißbahn ("Parachute") eines Heißluftballons:
Flash-Animation anschauen

 

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webmaster@ballonsportfreunde-oberberg.de  - Mirko Fridrici, September 2002