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Schlagzeile Septmeber 2003: Chatellerault 2002 - HLB-WM und Gordon-Bennett-Rennen 2002

Schlagzeile Mai 2002 (1): MIMO 2002 - GP-Wertung trotz schlechten Wetters

Schlagzeile Mai 2002 (2): Rekordversuche 2002 - Steve Fossett Solo um die Welt; Mit "QinetiQ 1" ins All

 

Schlagzeile September 2002
 
Châtellerault (Frankreich) 2002:
Gordon-Bennett-Race und Heißluftballon-Weltmeisterschaft
 
Die französische Kleinstadt Châtellerault (nördlich von Poitiers gelegen) wurde in den vergangenen Tagen zum Mittelpunkt der Ballönerwelt: Nicht nur, dass sich die besten Heißluftballonpiloten auf der Heißluftballon-Weltmeisterschaft ein Stelldichein gaben; auch das Gordon-Bennett-Rennen, das traditionsreichste und härteste Gasballonrennen der Welt, startete im Herzen Frankreichs: In besagtem Städtchen Châtellerault...
 
HLB-WM 2002
 

Vom 24. bis zum 30. August 2002 trafen sich in Châtellerault (Frankreich) die besten Heißluftballonpiloten der Welt, darunter vier Mitglieder der Deutschen Nationalmannschaft, zur 15. Heißluftballon-Weltmeisterschaft.

Trotz widriger Wetterumstände ist es den Veranstaltern gelungen, 7 Fahrten mit insgesamt 15 Aufgaben durchzuführen. Uwe Schneider, (noch!) amtierender Deutscher Meister, zweifacher Vize-Weltmeister und Europameister von 1992, erwischte leider einen schlechten Start.

Neuer Heißluftballon-Weltmeister wurde am Ende David Bareford aus Großbritannien, der nach 1997 in Saga bereits zum zweiten Mal den Titel holte, gefolgt von Steve Jones (USA) und Jan Balkedal (Schweden). Titelverteidiger Bill Arras aus den USA belegte Platz 10, Mathijs de Bruin, Wettbewerbsleiter bei der DM 2002 in Warstein, sicherte sich Rang 8.

Bester Deutscher wurde Uwe Schneider aus Gießen mit einem hervorragenden 5. Platz. Der Jenaer Uwe Claussen erreichte Rang 33, Michael Genz aus Wiehl schaffte es auf den 44. Platz, Peter Dankerl auf den 52. Insgesamt waren 99 Piloten aus 35 Nationen am Start. Andrea Reifenrath von den BSFO e.V. war als Observerin mit dabei.

Alle Informationen rund um die WM 2002 einschließlich ausführlicher Ergebnisdokumentation und Bildergallerie finden Sie auf der offiziellen WM-Website unter www.2002worldsballoons.com.

 
Gordon-Bennett-Race 2002
 

Und wieder Frankreich: Wie im vorigen Jahr in Warstein gewannen auch dieses Jahr die Franzosen Vincent und Jean-Francois Leys, "Team France I", das härteste Gasballon-Wettrennen der Welt, das dieses Jahr bereits zum 46. Mal ausgetragen wurde.

Beim Gordon-Bennett Rennen geht es allein darum, wer die längste Strecke, gemessen als Luftlinie vom Startplatz zum Landeort, zurückzulegen schafft. Mit einer atemberaubenden Fahrt von Châtellerault in Frankreich, über den Golf von Biscaya nach Spanien, raus auf den Atlantik, in 400 km Entfernung zur sicheren Küste gen Süden, und schließlich an der Südspitze Portuglas auf's Festland zurück, gelang dem Siegerteam aus Frankreich eine Strecke, die mehr als doppelt so lang war wie die der Zweitplazierten - Willi Eimers und Bernd Landsmann aus Deutschland. Mit gut 1280 km sicherte sich "France I" damit nach 2001 erneut den Sieg, was zur Folge hat, dass das Gordon-Bennett-Rennen auch im nächsten Jahr in Frankreich, also im Land der Titelverteidiger gestartet wird.

Alle Informationen zum 46. "Coupe Aéronautique Gordon Bennett" 2002 finden Sie unter http://www.gordonbennett2002.org oder auf der Website des DFSV. DFSV-Webmaster Christian Michels war Mitglied der Wettkampfleitung und zuständig für die Aktualisierungen der News + Lifetrackings im Internet.

Schlagzeile Mai 2002 (1)
 
GP-Wertung trotz schlechten Wetters
Robert Meyknecht gewinnt MIMO 2002 - Berthold Mainz wird NRW-Landesmeister
 
Wenig optimistisch reisten am Samstag, den 28. April 2002, 29 Ballonteams aus ganz Deutschland nach Telgte in Westfalen: Die Wetteraussichten für das Wochenende, an dem die traditionelle "MIMO" - und in diesem Jahr zusätzlich die NRW-Landesmeisterschaften - ausgefahren werden sollten, waren ausgesprochen schlecht. Den düsteren Prognosen zum Trotz harrten allerdings zunächst alle Teilnehmer geduldig aus, da man alles daran setzen wollte, wenigstens die mindestens notwendigen zwei Fahrten mit fünf Aufgaben für die Grand-Prix-Wertung "ins Trockene" zu bringen. Vor allem den vorangegangenen GP-Ausfällen war es zu verdanken, daß bislang nur wenige Wettbewerber ihre drei GP's beisammen hatten. Sowohl die WIM 2001 als auch die für's Vorjahr geplante MIMO 2001 waren wegen Regen bzw. MKS ausgefallen. Weder Samstag abend noch Sonntag war aber an eine Ballonfahrt zu denken.
 
MIMO 2002 - Startvorbereitung zur Abendfahrt; im Vordergrund: M. Pieper, BBWiehl (Start-Nr. 14)
 
Das Montag-Morgen-Briefing wurde dann bereits im Vorfeld abgesagt, da die Aussichten wiederum sehr schlecht waren und sich alle darauf freuten, einmal ausschlafen zu können. Da aber auch die weiteren Vorhersagen schlecht waren, entschieden sich die ersten Teams zur Abreise. "Wenn sogar die Holländer abreisen, muß es wirklich windig werden!", wurde der Aufbruch von Jan Fokken, NL, kommentiert. So war es denn auch - Montagabend hieß es wie immer: No Start. Interessant wurde es Dienstag früh: Auf dem Weg zum Briefing regnete es, und die Pappeln bogen sich im Wind. Aber - schau an! - Wetterfrosch Michael Noll prognostizierte ein kleines Wetterfenster im späteren Vormittagsverlauf, mit einem "Windminimum" von 12kt. Bodenwind und 15 - 20 kt. und mehr in Boeen zwischen 9 und 12 Uhr. Ballonwetter? Da schieden sich die Geister: Bereits vor dem für eine Stunde später geplanten Zusatzbriefing lagen die Marker der ersten fünf Teams auf dem Tisch der Wettbewerbsleitung. Ein deutliches Zeichen: "Wir brauchen die heute morgen bestimmt nicht mehr", war der Kommentar der betroffenen Piloten.
Beim Zusatzbriefing wiederholte Met-Michael noch einmal seine Prognose: Kein Niederschlag mehr und gute Sichten; die Böigkeit - mit Spitzen um 15 kt. in "günstigen" und 20 oder mehr kt. in ungünstigen Lagen - sollte aber bleiben. Eigentlich immer noch kein Ballonwetter; doch die Wettbewerbsleitung unter Werner Trippler wollte "mit aller Gewalt", wie es schien, die GP-Wertung einfahren. Und so kam es: Auf den Startplatz, und - zum Entsetzen einiger auch sehr erfahrener Piloten - "Grüne Flagge", Start Frei! "Ich hatte eigentlich gehofft, daß trotz grüner Flagge vielleicht einfach keiner starten würde; dann hätte ich auch nicht fahren müssen. Denn die Bedingungen waren nicht 'grenzwertig', wie es hieß, sondern deutlich jenseits aller Grenzen...", ließ ein Pilot der Nationalmannschaft verlauten, nachdem er - wie 14 weitere Wettbewerber - einen Start gewagt hatte.
Neun Piloten aber - darunter auch ich - ließen ihr Gerät im Anhänger. Und damit war klar: Drei Aufgaben à null Punkte - die Wertung ist im Eimer. Andererseits: War eine Wertung überhaupt möglich, wenn (mit den bereits Abgereisten) insgesamt 12 von 29, also mehr als ein Drittel der Wettbewerber nicht teilnahmen? Die Antwortet lautete ja, wie später zu erfahren war. Bleibt zu erwähnen, daß die Morgenfahrt relativ glimpflich verlaufen ist; nur eine Hülle machte eine unliebsame Bekanntschaft mit einer Eiche und mußte umgehend nach Enningerloh zur Reparatur gebracht werden.
Abends fand dann tatsächlich auch noch eine zweite Fahrt statt, so daß auch die noch nötigen zwei Aufgaben gefahren werden konnten - diesmal unter ganz passablen Bedingungen. Oben flott, aber sehr ruhig in Bodennähe. Allerdings war für die Piloten, die morgens keinen Start gemacht hatten, nichts mehr zu holen, da der Vorsprung der anderen Teilnehmer viel zu groß war, als daß er mit zwei guten Wertungen hätte aufgeholt werden können. So kam es denn auch, daß einige der morgens nicht gestarteten Teams schon abgereist waren.
Die Ballonsportfreunde Oberberg e.V. - vertreten durch das Team Mirko Fridrici, Markus Tapper, Markus Kosbab, Dorina Seinsche und Observerin Andrea Reifenrath - machten noch eine schöne kurze Ballonfahrt; der Kampf um Ranglistenpunkte hatte sich aber, wie gesagt, schon vor dem Start erledigt.
Bleibt zu erwähnen, daß die am Ende resultierende Werung äußerst fragwürdig erschien, da sämtliche "No Start"-Teilnehmer mit in die Wertung eingingen und es so zu unglaubwürdigen Punktehäufungen auf den vorderen Plätzen kam; darunter vier Teilnehmer mit einem Schnitt über 800 Punkten. Sieger der MIMO wurde Robert Meyknecht, bester Nordrhein-Westfale und damit NRW-Landesmeister 2002 wurde Berthold Mainz. Bemerkenswert ist außerdem daß Ergebnis von Michael "Mike" Fürstner, der nach dreimal null Punkten ("No Start" am Vormittag) bei der Abendfahrt beide "Tausender" holte.
Bleibt zu erwähnen, daß die Gesamtwertung nachträglich von Uwe Schneider korrigiert wurde. Sämtliche Teilnehmer, die gar keinen Start gemacht haben, wurden aus der Wertung ausgeschlossen - Pech für die, die abends nochmal gefahren sind!

Die korrigierte Fassung der Gesamtwertung der MIMO 2002 finden sie in unseren Wettbewerbsergebnissen; eine vollständige Übersicht über die Ergbnisse der gesamten Veranstaltung sowie die Originalfassung der Endauswertung hält der DFSV für Sie bereit.

Mirko Fridrici

 
 
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Schlagzeile Mai 2002 (2)
 
Rekordversuche 2002

Steve Fossett plant erneuten Weltumrundungsversuch (Quelle: DFSV)

Steve Fossett gab in St. Louis bekannt, dass er auch dieses Jahr einen neuen Versuch unternehmen wird, als erster die Erde alleine in einem Ballon zu umrunden. Sein mittlerweiler sechster Anlauf wird ab nächstem Monat startbereit sein.

Der 58 jährige Fossett wird mit seinem Ballon "Bud Light Spirit of Freedom" wie bei seinem letzten Versuch von Australien aus starten. Bei seiner letzten Fahrt wurde er durch schlechtes Wetter zu einer vorzeitigen Landung in Brasilien gezwungen, nachdem er über 12 Tage in der Luft war und damit einen neuen Solo-Dauerrekord aufgestellt hatte.

Fossett kann auf ein bewährtes Team zurückgreifen. Erneut wird die Washington University in St. Louis das Kontrollzentrum für die Ballonfahrt stellen.

Mehr Informationen zur geplanten Fahrt finden Sie unter: www.spiritoffreedom.com.

Mehr über die vergangenen Versuche gibt's in unserem alten "SoloSpirit-Special"...


"QinetiQ 1" - Prescot und Elson planen Höhenweltrekord im Ballon (Quelle: DFSV)

Die britischen Piloten Colin Prescot und Andy Elson planen einen neuen Höhenweltrekord im Ballon aufzustellen. Prescot und Elson hatten 1999 bereits versucht, die Erde als Erste im Ballon zu umrunden, mussten Ihre Fahrt, die in Spanien gestartet war, vor der Küste Japans abbrechen, da sie nicht mehr ausreichend Treibstoff für eine erfolgreiche Umrundung hatten und auch mit anderen technischen Problemen zu kämpfen hatten.

Mit dem neuen Rekordversuch wollen die beiden Piloten einen mehr als 40 Jahre alten Rekord überbieten. Im Jahre 1961 stellten die beiden Amerikaner Malcolm Ross und Vic Prather von der US Navy im Rahmen von Forschungsaufstiegen den Rekord von 34.668 Metern (113.740 Fuß) auf, der bis heute ungebrochen ist. Prescot und Elson werden mit ihrem heliumgefüllten Ballon QinetiQ 1 versuchen, diesen Rekord zu brechen. Ihr Ballon, der beim Start mit ca. 21.000 Kubikmetern Helium gefüllt und dabei rund 380 Meter hoch sein wird, wird in dieser Höhe auf ein Volumen von mehr als 1 Million Kubikmeter angewachsen sein. Die beiden Piloten werden dabei in ihren russischen Raumanzügen auf einer offenen Plattform sitzen und können bei dem rund 8 bis 12 stündigen Aufstieg live per Kamera verfolgt werden.

Der Aufstieg wird wahrscheinlich zwischen Juli und September 2002 von Grossbritannien aus stattfinden. Unterstützt wird das Vorhaben von der britischen Forschungseinrichtung QinetiQ.

 
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webmaster@ballonsportfreunde-oberberg.de  - Mirko Fridrici, September 2002