Wind und Wetter

Ballonfahren ist nur bei stabilen Wetterlagen möglich. Der Ballonpilot muss darum vor jeder Ballonfahrt ein ausführliches Wetterbriefing vornehmen, in dem er sich über Wind, Bewölkung, Niederschlag, Sichtweiten, Temperatur, Luftdruck und Thermik informiert.
Die größte Bedeutung kommt dabei dem Wind zu. Bei zu starkem Bodenwind (12 kt und mehr oder starke Böigkeit) ist an eine Ballonfahrt nicht zu denken: Die gut 800 qm große Hülle eines Heißluftballons bietet dem Wind viel Angriffsfläche, so dass der Ballon bei hohen Windgeschwindigkeiten nicht zu bändigen ist. Selbst wenn es gelänge, den Ballon zu starten, gäbe es spätestens bei der Landung kein Halten mehr.

Zu "flautig" sollte es jedoch auch nicht sein: Da Fahrtstrecke und Richtung im wesentlichen vom Wind abhängig sind, käme man ohne ihn nicht vom Fleck. Vor allem auf der Suche nach einem geeigneten Landeplatz kann es ärgerlich sein, wenn der Wind einschläft und man z.B. über einem Wald "verhungert".

So erklärt sich auch, warum manche Ballonfahrt auch bei scheinbar "schönstem Wetter" abgesagt werden muss: selbst bei blauem Himmel und herrlichstem Wanderwetter bleiben die Ballöner am Boden, solange der Wind nicht mitspielt.
Rote Fahne: Bei diesem Wetter wird nicht gestartet!


In engem Zusammenhang mit den richtigen Windbedingungen für das Ballonfahren steht auch die Thermik. Thermik (= "thermische Konvektion") bildet sich immer dann, wenn sich Flächen mit unterschiedlicher Bodenbeschaffenheit unterschiedlich stark erwärmen. Dies ist vor allem im Frühsommer und Sommer der Fall: Während hellere Flächen die Sonnenstrahlen zu einem Großteil reflektieren, wird die Sonnenenergie von dunklen Flächen (Teerflächen, Dächer, abgeerntete Felder) eher absorbiert. So erwärmen sich die besagten dunklen Flächen morgens schneller, und es bilden sich Warmluftblasen direkt über ihnen. Diese - natürlich unsichtbaren - Warmluftblasen, die durch die Oberflächenspannung zunächst noch am Boden gehalten werden, können ein Volumen von vielen tausend Kubikmetern erreichen.

Bei zunehmender Erwärmung, oder aber wenn ein Impuls den Ruhezustand der Luft stört, beginnen die Warmluftblasen sich abzulösen. Hier reicht schon ein Bauer mit seinem Traktor oder natürlich ein Ballon während der Fahrt aus, der in die Blase einfährt.

Hat sich eine solche Warmluftblase erst einmal vom Boden abgelöst, steigt sie mit großer Geschwindigkeit nach oben. Kühlere Umgebungsluft strömt von unten nach und löst unter Umständen neue Blasen in der Umgebung vom Boden ab. So kommt es im Vormittagsverlauf zu einer zunehmenden turbulenten Durchmischung (Konvektion) der Luft, die sich durch schnelle Auf- und Abwinde sowie starke horizontale Böigkeit bemerkbar macht.

Segelflieger nutzen die Thermik, in dem sie gezielt in die aufwärts strömende Luft einfliegen und sich von ihr in die Höhe tragen lassen. Für den Ballonfahrer, der sein Vehikel nun einmal nicht lenken kann, entsteht aber das Problem, dass er unkontrolliert in die unterschiedlichen Winde einfahren würde. Ablösungen und Aufwinde reißen den Ballon mit sich in die Höhe; Fallwinde zwingen ihn einen Moment später unsanft zu Boden, und horizontale Böen deformieren die Hülle, die dadurch zusätzlich an Auftrieb verliert.

So ist leicht nachzuvollziehen, dass die Ballonfahrer der Thermik am liebsten ganz aus dem Weg gehen. Aus diesem Grunde sieht man Ballone im Sommer immer nur in den wenigen (2-3) Stunden nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang, wenn die direkte Sonneneinstrahlung schwach und die Lufttemperatur ausgeglichen ist.


Für die Luftfahrt-Wetterberatung ist in Deutschland der Deutsche Wetterdienst (DWD) zuständig. Dem Luftfahrer stehen dabei verschiedene Informationsdienste zur Verfügung: In einigen zentralen Beratungsstellen (z.B. "Luftfahrtberatungszentrale West" in Essen; "Luftfahrtberatungszentrale Mitte" in Frankfurt a.M. usw.) kann eine Wetterberatung persönlich (per Telefon) vorgenommen werden; darüber hinaus stehen Fax-Abruf oder Telefon-Anrufbeantworter mit lokalen Ballonwetterberichten sowie das Self-Briefing-System "PC-MET" über Internet zur Verfügung.

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...to be continued!


webmaster@ballonsportfreunde-oberberg.de - Dezember 2000